Regisseur Douglas Wolfsperger präsentierte im Rottenburger Waldhorn-Kino seinen sehr persönlichen Film über Männer, die ihre Kinder nicht sehen dürfen. Organisiert hatte den Abend der Verein „Väteraufbruch“, der sich für ein gemeinsames Sorgerecht nach Trennung und Scheidung einsetzt.
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Erz-Trauma fast aller dieser um ihr Vatersein geprellten Männer aber ist es, dass die Kinder (im Film sind es zufälligerweise durchweg Töchter) irgendwann von sich aus keinen Wert mehr auf Nähe legen. 40 Prozent aller Väter in Deutschland, sagt die Statistik, haben ein Jahr nach der Trennung keinen Kontakt mehr zu ihrem Kind, nicht wenige davon trotz eigener Bemühungen darum.
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In welchem juristischen Rahmen sich so ein De-Facto-Kindesentzug vollzieht, leuchtet der Film nicht annähernd aus. Es wird lediglich über eine einseitige Rechtssprechung und „gnadenlos“ den Müttern beistehende Jugendämter geklagt. In der äußerst lebhaften Diskussion mit Douglas Wolfsperger machten Betroffene ihrem Unmut darüber Luft, dass in puncto Väterrechte Deutschland eine „Bananenrepublik“ sei, der „Umgang mit Kindern in dieser Gesellschaft barbarisch.“
Blockiert wird oft auf subtile Art„Mit Zwang geht da wenig“, pflichtete Familienrichter Burghart Heusch bei: „Der Vorwurf an uns geht fehl, denn die Mütter blockieren und verhindern auf subtile Art. Zwangsgelder sind wegen der ökonomischen Situation der Frauen oft nicht vollstreckbar. Sollen wir sie dann ins Gefängnis schicken?“Es werde zu wenig von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, hartleibigen Müttern einen Teil des Sorgerechts abzunehmen und einen Umgangspfleger einzusetzen, kritisierte der Regisseur. Auch eine zum September in Kraft tretende Gesetzesänderung, die Eltern schneller an einen Tisch zwingt als bisher, beurteilt Wolfsperger skeptisch: „Die Gerichte sind jetzt schon überlastet.“
Und die kaputten Kinder landen dann wo?
Immerhin einer versucht mit seinem PALME-Projekt zu retten, was bei diesem SYSTEMFEHLER zu retten ist.
Ein Tropfen auf den heißen glühenden Stein.
Über PALME
PALME – Präventives Elterntraining für alleinerziehende Mütter geleitet von ErzieherInnen.
Ein Unterstützungsprogramm für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder.
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Matthias Franz
Klinisches Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Tel 0211-8118338, Fax 0211-8116250
matthias.franz@uni-duesseldorf.de
Gefördert vom BMBF im Rahmen des Förderschwerpunktes “Präventionsforschung” (GFEL 01068604)
Ausgangssituation
In Deutschland wachsen etwa 20% aller Kinder bei nur einem Elternteil – in 85% bei der Mutter – auf. Ca. 600.000 dieser Kinder sind unter 6 Jahre alt. Viele alleinerziehende Mütter und ihre Kinder kommen mit ihrer Lebenssituation gut zurecht. Internationale und inzwischen auch deutsche Studien belegen aber auch eine erhöhte gesundheitliche und seelische Belastung alleinerziehender Mütter und ihrer Kinder. Diese kann nicht ausschließlich durch die im Mittel deutlich schlechtere wirtschaftliche Situation dieser Familien erklärt werden. Eine konflikthafte Abwesenheit des einen und eine strukturelle Überforderung des anderen Elternteils teilen sich vielen Kindern in Einelternfamilien mit und bewirken bei ihnen in Kindergärten und Schulen dann überdurchschnittlich häufig Anpassungsprobleme.
Auch von HEUTE: (BERLIN)
Versuchte Nähe
Christiane Peitz über den Streit um die Doku „Der entsorgte Vater“
16.7.2009 0:00 Uhr
Das Recht auf das eigene Bild, im Privatleben wissen wir damit umzugehen. Im Zweifel löscht man das unvorteilhafte Foto aus dem Computer. In der Öffentlichkeit ist die Sache komplizierter: Meinungsfreiheit gegen Persönlichkeitsrecht, das ist eine uralte Fehde. Nicht selten kämpft dabei David gegen Goliath, wie gerade die kleine schwedische Poduktionsfirma „WG-Film“ gegen den Lebensmittel-Multi Dole Food Company. Es geht um den Dokumentarfilm „Bananas“ und den darin erhobenen Vorwurf, nicaraguanische Plantagenarbeiter seien mit Pestiziden vergiftet worden. Aber es gibt noch tragischere Konstellationen.
„Der entsorgte Vater“ heißt ein bewegender Dokumentarfilm von Douglas Wolfsperger, der seit 11. Juni in den Kinos läuft. Er bewegt deshalb, weil der Regisseur nicht nur traurige Fälle von Vätern versammelt, denen der Kontakt zu ihren Kinder untersagt wurde, sondern auch ungeschützt von sich selbst spricht. Nach der Trennung von der Lebensgefährtin und jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen darf er seine mittlerweile 11-jährige Tochter nicht mehr sehen, das Gericht verbot es ihm. Der Film ist ein Dokument des väterlichen Schmerzes, eine Flaschenpost an das verlorene Kind.[...]
http://www.tagesspiegel.de/kultur/art772,2848720
HANDAKTE:
“Der entsorgte Vater” heißt ein bewegender Dokumentarfilm von Douglas Wolfsperger, der seit 11. Juni in den Kinos läuft. Er bewegt deshalb, weil der Regisseur nicht nur traurige Fälle von Vätern versammelt, denen der Kontakt zu ihren Kinder untersagt wurde, sondern auch ungeschützt von sich selbst spricht. Nach der Trennung von der Lebensgefährtin und jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen darf er seine mittlerweile 11-jährige Tochter nicht mehr sehen, das Gericht verbot es ihm. (…)
http://log.handakte.de/28545/wie-scheidungskinder-entfremdet-und-benutzt-werden/
ACH?!?!?!? – Auch für MediatorINNEN?!?!??
“Der entsorgte Vater”
16. Juli 2009 von Melanie Schwarzer
Ich bin gerade auf einen auch (aber nicht nur) für Mediatoren interessanten Dokumentarfilm gestoßen: “Der entsorgte Vater” von Douglas Wolfsperger.[...]
http://www.mediationseck.de/blog/?p=240